Aktivität Klettern

Klettern liegt 
uns im Blut

 

Der Reiz der Vertikalen

Klettern hat viele Gesichter

„Wollen wir morgen Klettern gehen?“ Je nach Jahreszeit, Region und Vorliebe bindest du dich am nächsten Tag in komplett unterschiedlichen Situationen mit deinem Kletterseil ein. Vielleicht stehst du in der Halle um die Ecke oder in deinem Heimatgebiet und willst ein neues Projekt auschecken oder du hast gerade einen schweißtreibenden Zustieg zu einer Mehrseillängentour hinter dir. Klettern ist sehr vielseitig: Fels oder Plastik, Vorstieg oder Toprope, 28 oder 500 Meter, Bohrhaken oder mobile Sicherungsgeräte.

Nicht nur die äußere Form unterscheidet sich. Für alle steht ein anderes Ziel, eine andere Motivation im Fokus. Manche suchen einen Ausgleich zum stressigen Arbeitstag, andere wollen sich ihren Ängsten stellen, ihre Kraft und Technik trainieren, die eigenen Grenzen pushen oder einen aktiven Tag in der Natur genießen.

Je nachdem, wofür du dich verabredet hast, brauchst du unterschiedliche Ausrüstung. Dabei ist das Setup für die Halle recht übersichtlich und wird draußen am Fels von Sportklettern bis Multipitchen immer umfangreicher und komplexer. 

Wie bei allen Bergsportarten solltest du genau wissen, wie das Material funktioniert. Jedes Mal, wenn du dich auf neues Terrain begibst, solltest du unbedingt ein Einführungstraining in die jeweiligen Seil- und Sicherungstechniken machen. Die Alpenvereine (DAV, ÖAV, SAC, etc.) sowie Bergschulen und Kletterhallen bieten Kurse für unterschiedliche Ansprüche an.

Sportklettern in der Halle

Indoor-Klettern ist heute ein beliebter Freizeitsport. Kletterhallen gibt es fast überall. Sie sind längst nicht mehr nur Trainingsstätten für die Saison am Fels. Hallenkonzepte werden immer durchdachter, Farbdesigns bestimmen die Wände, Shaper*innen kreieren immer ausgefallenere Griffe, Schrauber*innen erschaffen immer kreativere Routen. Neulinge, Erfahrene und Profis kraxeln direkt nebeneinander und können sich an den unterschiedlichsten Herausforderungen austoben.

Die Ausrüstung für die Halle ist relativ übersichtlich:

Je nachdem wie hoch deine Halle ist, brauchst du ein Seil zwischen 35 und 50 Metern. Für die Dauerbelastung in der Kletterhalle empfehlen wir ein besonders abriebbeständiges Seil mit einer kompakten, glatten Manteloberfläche wie das BOA GYM 9,8 MM. Beim Gurt, Sicherungsgerät und Chalkbag wählst du die für dich komfortabelsten Produkte, die du sicher bedienen kannst. Wir lieben das JUL2, mit dem sich auch dickere Seile gut handeln lassen, den leichten PRISMA Gurt mit hohem Tragekomfort und den RODEO LARGE Chalkbag.

Sportklettern am Fels

Onsight, Flash, Rotpunkt oder einfach Spaß an der Bewegung am natürlichen Fels: Beim Sportklettern steht der sportliche Aspekt, also das Bewältigen einer Route in einem bestimmten Schwierigkeitsgrad im Vordergrund. Die Routen sind mit Bohrhaken ausgestattet und eine Seillänge lang. Es gibt unzählige Gebiete und unterschiedlichste Felsqualitäten auf der ganzen Welt. Draußen kannst du an Kalk, Basalt, Sandstein, Quarzit, Konglomerat und Granit klettern. Die Natur bietet schier unendliche Herausforderungen. Es gibt plattige, vertikale, steile und überhängende Routen mit Rissen, Leisten, Löchern, Huecos, Slopern und Sintern. Sportklettern kann dich in die unterschiedlichsten Ökosysteme führen: in vulkanische, trockene Gebiete wie Smith Rocks (USA), in grüne Wälder mit Bächen und Flüssen wie dem Frankenjura (Deutschland), an Wände direkt über dem Meer in Kalymnos (Griechenland) oder Ton Sai (Thailand) oder in Wüstengebiete wie Arapalis (Australien). Sportklettern ist in sich selbst ein extrem vielseitiger Sport mit schier unendlichen Möglichkeiten.

Deine Ausrüstung fürs Sportklettern besteht aus einem Seil, Expressschlingen für die Zwischensicherungen, einem Sicherungsgerät mit passendem Verschlusskarabiner, Schuhen, einem Helm, einem Chalkbag und gegebenenfalls einem Seilsack. Je nach Gebiet musst du am Top der Route fürs Ablassen Umfädeln und brauchst je nach Methode zusätzliches Material wie eine Bandschlinge und einen Verschlusskarabiner.

Oft bist du nicht schlecht beraten, wenn dein Sportkletterseil für den Fels imprägniert ist. Das schützt nicht nur vor Wasseraufnahme, sondern auch davor, dass Schmutz und Sand eindringen und das Seil langsam “von innen” beschädigen. Wer hauptsächlich Spaß am Onsighten und Flashen hat und für seine Rotpunktbegehung ein leichtes Seil braucht, für den ist das CANARY PRO DRY 8,6 MM eine gute Wahl. Für das Auschecken mit vielen Stürzen, Ausbouldern der Crux sowie fürs Topropen empfehlen wir dagegen eher ein Seil mit hohem Mantelanteil wie das TOMMY CALDWELL ECO DRY DT 9,6 MM. Coole Gurte fürs Sportklettern sind JAY und JAYNE. Zudem passt der SHIELD Helm, der ROPE RIDER BAG und unsere langlebigen Expressen, die BULLETPROOF Sets.

Alpinklettern/ Mehrseillängen

Große Wände, atemberaubende Weit- und Tiefblicke, Bergpanorama und ganz viel Luft unter den Kletterschuhen – das ist die Faszination Alpinklettern. Es geht darum eine hunderte Meter hohe Felswand zu durchsteigen. Das fordert mental und körperlich. Die Planung und Ausrüstung sind sehr viel komplexer als beim Sportklettern. Schon allein der Zustieg kann kraftraubend sein, bevor es überhaupt mit dem Klettern losgeht. Beim Multipitchen bist du stundenlang in der Vertikalen unterwegs und sicherst von mehr oder weniger ausgesetzten Standplätzen aus. Heute gibt es viele Mehrseillängenrouten, die plaisirmäßig abgesichert sind.

In den sogenannten alpinen Sportrouten sind Bohrhaken und Standplätze vorhanden. Auch hier muss man sich darauf einstellen, dass man immer wieder mehrere Meter über dem letzten Haken steht und manchmal auch zusätzliches Sicherungsmaterial anbringen muss.

Klassische Routen hingegen sind in der Hinsicht viel spärlicher ausgestattet und verlangen eine eigene Absicherung mit mobilen Sicherungsmitteln sowie fundiertes Wissen im Standplatzbau.

Du kannst deine Grundausstattung vom Sportklettern auch für das Klettern von Mehrsseillängentouren und alpinen Routen nutzen und es mit einigen wichtigen Dingen ergänzen:

Die passende Ausrüstung für Mehrseillängen

Je nachdem, ob du dir eine Route aus dem Plaisirführer oder einen alpinen Klassiker herausgesucht hast, kannst du mit einem Einfachseil starten oder solltest lieber mit Halb- oder Zwillingsseilen klettern. Diese haben einen kleineren Durchmesser, werden im Doppelstrang verwendet und verringern das Totalschadenrisiko (z. B. bei Steinschlag und Scharfkantensturz). Zudem könnt ihr über die gesamte Länge abseilen, seid dadurch flexibler und könnt euch im Notfall (z. B. Wetterumschwung) schneller aus der Wand zurückziehen. Ein perfektes Seil für alpine Abenteuer ist das APUS PRO DRY 7,9 MM. Als Helm empfehlen wir den ultraleichten SALATHE. Der Gurt sollte komfortabel und leicht sein und eine gute Ausstattung zum Alpinklettern haben, wie der SENDERO für Männer und der AUTANA für Frauen. Das MISSION SET ist ein super leichtes Expressset mit Keylock-Verschluss und kommt in der längeren Variante mit einer DYNEEMA®-Schlinge, die du für einen besseren Seilverlauf verlängern kannst. Das GIGA JUL ist dank seiner Vielseitigkeit ein perfektes Sicherungs- und Abseilgerät im alpinen Gelände.