Einsatzbereich Rettung und Bergung

Für alle Einsätze gewappnet

 

Selbstrettung, Höhenrettung, Bergwacht, Luftrettung – Wer rettet wann?

Egal ob bei Arbeiten in einem Hochregal, an einer Gebäudestruktur oder im alpinen Gelände, in allen Bereichen, bei denen wir uns in der vertikalen Welt bewegen, muss auch immer die Möglichkeit für eine Rettung sichergestellt werden. Eine schnelle und professionelle Rettung minimiert die Gefahr eines Hängetraumas und weiterer physiologischer Schäden. Meist fehlt die Zeit, auf externe Rettungskräfte zu warten, deshalb sollte eine gegenseitige Rettung oder wenn möglich eine Selbstrettung (nach dem Absetzen des Notrufs) an erster Stelle stehen.

Stürzt eine Person beim Bergsteigen in eine Gletscherspalte, organisiert der Rest der Seilschaft die Sicherung und Rettung. Wenn möglich, steigt die gestürzte Person sogar selbst am Seil auf. In der Industrie ist das ähnlich. Kommt es zu einem Sturz an der Steigleiter einer Windkraftanlage, so versuchen zunächst die Teammitglieder, die verletzte Person aus der freihängenden Position zu befreien. Die entsprechenden Rettungsverfahren werden unter anderem nach der Global Wind Organization (GWO), Fach- und Interessenverband für seilunterstützte Arbeitstechniken e.V. (FISAT) oder Industrial Rope Access Trade Association (IRATA) beschrieben. 

Selbstrettung und Rettung von Kolleg*innen

Im Industriesektor (z. B. Rettung im Hochregallager, Rettung in der Windkraftanlage) ist es sinnvoll, mit möglichst einfach zu handhabendem und sicherem Rettungsmaterial zu arbeiten. Die Rettungsverfahren müssen regelmäßig geübt werden, dennoch ist eine Rettung immer eine besondere Situation. Die Ausrüstung sollte es den rettenden Personen so einfach wie möglich machen. 

Deshalb werden oft Rettungshubgeräte (EN 1496) eingesetzt. Diese ermöglichen ein schnelles Anheben von verletzten Personen, um das Auffangsystem zu entlasten und zu lösen. Anschließend kann die Person über das gleiche Gerät abgeseilt werden. Abgesichert sind diese Geräte mit einer Fliehkraftbremse. Dadurch wird jede Abfahrt abgebremst, ohne dass ein Eingreifen bzw. händisches Abbremsen notwendig wäre.

Zudem bieten diese Geräte die Möglichkeit für eine Evakuierung. Für den Fall, dass ein in der Höhe liegender Arbeitsplatz unverzüglich verlassen werden muss, können sich alle Betroffenen schnell ablassen. Auch hier regelt die integrierte Fliehkraftbremse die Abseilgeschwindigkeit.

Mit einer erweiterten Hubfunktion kann auch die Rettung aus der Tiefe, z. B. aus Schächten oder Behältern umgesetzt werden. In diesem Fall sind die Rettungsgeräte zusätzlich mit einem Hebelarm ausgestattet oder können sogar mit einem Akkuschrauber angetrieben werden.

    Rettung aus Höhen und Tiefen durch Höhenrettung und Feuerwehr

    Generell ist eine Feuerwehreinheit nicht für eine spezielle Rettung aus Höhen oder Tiefen vorbereitet. Standardmäßig werden in diesem Bereich Ausrüstungssets (Gerätesatz Absturzsicherung) genutzt, die Einsatzkräfte in absturzgefährdeten Bereichen absichern (Dächer usw.). Damit ist eine Rettung aus dem freihängenden Seil aber nicht möglich.
    Für die speziellen Anforderungen von Rettungen aus Höhen und Tiefen (SRHT) gibt es daher spezifisch ausgebildete Höhenrettungseinheiten der Feuerwehren mit der entsprechenden Ausbildung, Kenntnissen und Ausrüstung.

    Dazu gehören Tragen, Flaschenzüge, Material für Seilbahnbau usw., um in verschiedensten Einsatzszenarien agieren zu können. Produkte mit einem zusätzlichen Plus an Sicherheit wie schnittfeste Seile von EDELRID unterstützen diese Einheiten in ihren Einsätzen.

    PSA für Luftrettung

    Bei der Luftrettung wird in der Regel mit einer Winde gearbeitet, über die die Retter*innen zu den betroffenen Personen abgelassen werden. Dabei müssen sich die Winch Operator im Hubschrauber mit PSAgA vor einem Absturz schützen. In diesem Fall tragen die Retter*innen spezielle Gurte für die Luftrettung, die eine einfache Verbindung zur Winde des Hubschraubers ermöglichen und dabei möglichst leicht und komfortabel sind, um größtmögliche Flexibilität bei komplexen Einsatzsituationen zu bieten. Zur Rettung der betroffenen Personen können dann Rettungsschlaufen bzw. Rettungsdreiecke (EN 1498) eingesetzt werden.

    Bei einer Rettung von oben, aus einem Helikopter operierend oder mithilfe eines Abseilsystems, kann auch immer eine schnelle Kapprettung erforderlich sein. Hierbei kommen zusätzlich eine Kappschere und ein speziell entwickeltes, extrem schnell anzulegendes Verbindungselement zur Sicherung der verunfallten Person zum Einsatz.

      Terrestrische Bergrettung

      Ist eine Rettung aus der Luft nicht möglich, weil beispielsweise kein Hubschrauber verfügbar ist oder die Wetterlage einen Flug nicht zulässt, ist eine terrestrische, also bodengebundene Rettung durch die Bergwacht oder Bergrettung notwendig. Um die verunfallten Person zu erreichen, diese abzusichern und die weiteren Rettungsmaßnahmen einzuleiten, brauchen die Einsatzkräfte Material, auf das sie sich verlassen und das sich im Einsatz effizient und sicher nutzen lässt. Neben der erweiterten PSA kommen hier insbesondere Rettungssystem mit speziellen Dyneema- und Statik-Seilen zum Einsatz. Zudem müssen häufig redundante Fixpunkte für mehrfache Personenlasten eingerichtet werden.