Ein Gerät, zwei Sicherungsmodi: Tuber + Autotuber

      In den letzten Jahren hat sich die Verwendung von Autotubern beim Sport- und Alpinklettern durchgesetzt. Besonders die hohe Sicherheitsreserve, durch die bremskraftunterstützende Wirkung beim Auffangen eines Sturzes, spricht für die Verwendung dieses Gerätetyps. Aus diesem Grund empfehlen auch die Alpenvereine die Verwendung von Autotubern (DAV, ÖAV, SAC).

      Trotzdem gibt es Anwendungen (besonders beim Alpinklettern) bei denen die Verwendung von herkömmlichen Tubern nach wie vor vorteilhaft ist. Insbesondere beim Sichern von einem Fixpunkt (Standplatz) aus ist eine hohe Bremsdynamik wünschenswert, wie sie nur mit herkömmlichen Tubern zu erreichen ist. Auch das Abseilen und Nachsichern im Doppelstrang ist mit einem herkömmlichen Tuber deutlich komfortabler.

      AUTOTUBER-MODUS
      1. Sichern des Vorsteigers im Autotuber-Modus

      TUBER-MODUS
      2. Standplatzsicherung im Tuber-Modus
      3. Sichern des Vorsteigers im Tuber-Modus

      Was ist der Autotuber Modus?

      Ein Plus an Sicherheit! Vom Prinzip her funktionieren die sogenannten Autotuber genau wie normale Tube-Sicherungsgeräte, auch wenn die Form nicht immer darauf schließen lässt.

      Diese Geräte besitzen einen Mechanismus, der im Falle eines Sturzes eine so starke Reibung am Seil erzeugt, dass es nicht mehr durchlaufen kann. Dadurch ist das Halten eines Sturzes weniger von der eigenen Handkraft abhängig. Autotuber bieten so deutlich höhere Sicherheitsreserven als die klassischen Tuber. Man sollte allerdings stets die Angaben der Hersteller bezüglich der zu verwendenden Karabiner und des zugelassenen Seildurchmessers beachten. Nur bei den angegebenen Seildurchmessern wird die extrem hohe Bremswirkung gewährleistet. Dabei gilt überwiegend, je dicker das Seil, desto größer die erzeugte Reibung und damit die Blockierung des Seils. Dennoch muss selbstverständlich auch bei Verwendung eines Autotubersstets das Bremshandprinzip eingehalten werden. Man sollte beachten, dass durch die enorm hohe Bremswirkung des Autotubers am Seil dynamisches Sichern nur durch Körperdynamik möglich ist. Auch unsere Autotuber-Sicherungsgeräte werden nach dem Vorschlag EN Norm 15151-2, also als manuelle Bremsgeräte geprüft. Dies ist jedoch nicht verpflichtend und wird von jedem Hersteller individuell gehandhabt.

      Vorteile:

      • Sehr hohe Sicherheitsreserve durch hohe Bremswirkung am Seil
      • Geringer Kraftaufwand beim Halten
      • Intuitives Bedienungsprinzip
      • Schnelles Seilausgeben möglich
      • Je nach Bauart auch mit Zwillings- und Halbseilen verwendbar
      • Sehr geringe Krangelbildung im Seil

      Nachteile:

      • Dynamisches Sichern ist nur mit Körperdynamik möglich
      • Handhabung muss geübt werden

      Was ist der Tuber Modus?

      Laut dem Deutschen Alpenverein (DAV) sind Tuber bis heute die mit Abstand am meisten verwendeten Sicherungsgeräte. Alle unsere Tuber-Sicherungsgeräte bei EDELRID entsprechen den vorgeschlagenen Werten der europäischen Norm 15151-2. Die Tuber Sicherung entspricht im Grunde genommen auch heute noch der ursprünglichen Sticht Platte. Daher sprechen viele Kletterer auch von „Sichern mit Platte", wenn sie Tuber verwenden. Die Bremswirkung beruht auf dem Doppelknickprinzip. Das Seil wird also zweifach umgelenkt: einmal um den Karabiner und einmal am Gerät nach unten. Durch die so entstehende Reibung wird eine Bremskraftverstärkung erreicht, die ausreicht, um mit der eigenen Handkraft einen Sturz zu halten. Allerdings funktioniert die Tuber-Bremskraftverstärkung nur dann, wenn das Bremsseil nach unten gehalten und so der zweite Knick erzeugt wird. Eine Fehlanwendung birgt große Gefahren mit drastischen Folgen. Wird die Bremshand losgelassen oder über bzw. vor den Tuber gehalten, hat der Sichernde im Falle eines Sturzes kaum eine Chance, das Seil zu halten und kann einen Bodensturz nicht mehr verhindern...
      Der große Vorteil des Tubers liegt in der Gerätedynamik. Gerätedynamik bedeutet, dass noch etwas Seil durch das Gerät läuft bevor der Sturz vollends gestoppt wird. Mit dem Tuber ist es also mit ein wenig Übung möglich, sehr dynamisch zu sichern.
      Dadurch fällt der Kletterer bei einem Sturz weniger hart in das Seil. Darüber hinaus ermöglichen diese Geräte ein schnelles und einfaches Seilausgeben und -einholen.

      Vorteile:

      • Je nach Bauart universell einsetzbar (Vorstieg, Nachstieg, Körpersicherung)
      • Dynamisches Sichern optimal möglich
      • Einfaches Bedienungsprinzip
      • Sehr geringe Krangelbildung im Seil
      • Geringes Gewicht
      • Perfekt zum Abseilen am Einzel- und Doppelstrang
      • Seilschonend

      Nachteile:

      • Das Gerät blockiert nicht automatisch (Sicherungsfehler hat fatale Folgen)
      • Bremskraft stark abhängig von Seildurchmesser und -zustand
      • Teilweise recht geringe Reibungskräfte und daher hoher Kraftaufwand nötig

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