Forschungsprojekt für ressourcenschonende Seilproduktion
Gemeinsam mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) hat EDELRID ein innovatives Forschungsprojekt abgeschlossen, das einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der textilen Seilfertigung leistet. Im Rahmen des vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg geförderten Vorhabens „Seilzwilling“ arbeiteten die Projektpartner an der digitalen Abbildung sämtlicher Material- und Prozessschritte der Seilproduktion. Ziel war es, mithilfe digitaler Zwillinge und moderner Industrie-4.0-Lösungen neue, klimaneutrale Produktionsprozesse zu entwickeln sowie die fluorfreien Imprägnierungen weiter zu optimieren.
Das Projekt „Seilzwilling“ verknüpfte zwei zentrale Innovationsstränge: die Schaffung eines digitalen Modells für Seilkonstruktionen zur Unterstützung der Planung und Optimierung der Produktion und die Entwicklung einer digital gesteuerten Auftrags- und Imprägniertechnologie für die Kernzwirne.
- Die digitalen Zwillinge bilden alle wichtigen Daten und Abläufe der Seilherstellung ab. Dazu beschreibt ein digitales Wissensmodell, wie sämtliche Materialien und Arbeitsschritte zusammenhängen. Es umfasst alle Materialien – vom Garn bis zum fertigen Seil – sowie alle Produktionsschritte wie Zwirnen, Beschichten und Flechten. Das Modell bezieht dabei Erfahrungen aus der Praxis mit ein und kombiniert sie mit datenbasierter Prozessoptimierung. Dadurch lassen sich Fragen zur Seilkonstruktion beantworten und Prozessparameter beispielsweise für den Beschichtungsprozess durch ein interaktives Rechenwerkzeug im Voraus berechnen.
- Im Bereich der Imprägnierung konzentrierte sich das Projekt auf die Kernzwirne. Hier untersuchten die Forschenden den Einfluss verschiedener Auftrags- und Trocknungsparameter auf die Wasseraufnahme nach UIAA-Standard sowie die Wirksamkeit und Beständigkeit fluorfreier Beschichtungen. Im Rahmen des Projektes entwickelte die DITF eine modulare Auftragsdüse mit digital geregelter Versorgungseinheit. Sie konnte während des Projekts in den Standardprozess integriert werden, um Mustermaterial mit präziser Dosierung des Imprägniermittels zu produzieren. Dieser Prozess reduziert den Energie- und Wasserverbrauch sowie Chemikalieneinsatz und optimiert die Wasseraufnahme des Endprodukts.
EDELRID investiert gezielt Zeit und Ressourcen in solche Forschungsprojekte und arbeitet dabei mit renommierten Instituten zusammen, um fundierte Erkenntnisse zu gewinnen und Innovation aktiv voranzutreiben. Unter anderem wird das durch Fördergelder ermöglicht. Das Projekt „Seilzwilling“ wurde im Rahmen des Förderaufrufs „Klimaneutrale Produktion mittels Industrie 4.0-Lösungen“ vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördert.